Die Förderstufe - Basis der Gesamtschule

Mit Einführung der Förderstufe im Jahre 1972 wurde der Grundstein für die Eiterfelder Gesamtschule gelegt. Die Zielsetzungen der Förderstufe im Spannungsfeld zwischen Fördern und Auslesen sind vielfältig und anspruchsvoll:

  1. optimale Förderung der 10- bis 12-jährigen Kinder im kognitiven, handlungsorientierten und emotionalen Bereich;
  2. längeres gemeinsames Lernen von Kindern unterschiedlicher Leistungsfähigkeit und sozialer Herkunft;
  3. Erprobung in neuen Fächern (Biologie, Erdkunde, Geschichte) sowie in Kursfächern mit unterschiedlichen Leistungsanforderungen (Englisch, Mathematik, Deutsch);
  4. Beobachtung und Förderung von Begabungen, Lern- und Leistungsfähigkeiten, Neigungen und Interessen der Kinder, um nach zwei Jahren Förderstufe zuverlässiger als am Ende des 4. Schuljahres entscheiden zu können, welcher weiterführende Schulzweig der geeignete ist;
  5. soziales Lernen, damit die Schülerinnen und Schüler zu sozialem Handeln und zur Mitverantwortung befähigt werden.

Die Förderstufe in Eiterfeld hat bei den Eltern eine hohe Akzeptanz, denn jedes Jahr gehen alle Nichtgymnasiasten eines Jahrgangs aus den Grundschulen Eiterfeld und Großentaft in diese Schulform über. Seit einigen Jahren kommen vermehrt auch Kinder aus Rasdorf, Steinbach, Burghaun und Hünfeld.

In den Hauptfächern Mathematik, Englisch und Deutsch wird eine äußere Differenzierung (Kursunterricht) auf zwei Leistungsniveaus durchgeführt, wobei die E- und G-Kurse (Erweiterungs- und Grundkurse) in ihren Anforderungen dem Realschul- und Hauptschulniveau entsprechen. Zwischen den Kursen gibt es eine Durchlässigkeit in beide Richtungen, d. h. Schülerinnen und Schüler können bei verbesserten Leistungen durch Beschluss der Klassenkonferenz vom Grundkurs in den Erweiterungskurs aufgestuft oder bei nicht behebbaren Lern- und Leistungsdefiziten vom Erweiterungskurs in den Grundkurs abgestuft werden. Durch Stütz- und Liftkurse sollen Aufstufungen gefördert und Abstufungen vermieden werden.

Vor Beginn des Kursunterrichts erhalten die Eltern zwar Einstufungsvorschläge der Klassenkonferenzen, haben aber unabhängig davon das Recht auf freie Kurswahl. Darüber hinaus können die Eltern bei geplanten Auf- oder Abstufungen von ihrem gesetzlich verankerten Einspruchsrecht Gebrauch machen.

In Mathematik und Englisch setzt der Kursunterricht mit dem zweiten Schulhalbjahr der Klasse 5 ein, im Fach Deutsch erst mit Beginn des 6. Schuljahres.

Alle übrigen Fächer werden als Kernunterricht im normalen Klassenverband unterrichtet. Im gemeinsamen Lernen von Schülern mit ganz unterschiedlichen Lernvoraussetzungen, Neigungen und Interessen sollen über die Vermittlung von Kenntnissen und Fertigkeiten hinaus Kooperationsfähigkeit, Selbstständigkeit, gegenseitiges Verständnis sowie die Fähigkeit, voneinander zu lernen, gefördert werden.

Im 5. Schuljahr bietet eine zusätzliche Klassenlehrerstunde die Möglichkeit, sich den Anliegen und Problemen der gesamten Klasse oder einzelner Kinder stärker zuzuwenden.

Einen wichtigen Schwerpunkt in der Förderstufenarbeit stellt die Elternberatung dar. Sie setzt bereits im 4. Schuljahr ein mit einer allgemeinen Information über Aufgaben und Arbeitsweisen der Förderstufe. Im 5. Schuljahr werden die Eltern jeweils vor Beginn des Kursunterrichts sowohl allgemein als auch individuell beraten. Im Laufe des 6. Schuljahres setzt eine intensive Schullaufbahnberatung der Eltern ein, mit dem Ziel, deren Schülerinnen und Schüler je nach Eignung - in den Realschulzweig oder Hauptschulzweig ab Klasse 7 zu lenken.

Doch was wäre die Eiterfelder Förderstufe ohne die solide pädagogische Arbeit der abgebenden Grundschulen? Dank guter Kooperation wird der Schulwechsel der Kinder behutsam vorbereitet. Dabei können auch Ängste frühzeitig erkannt und abgebaut werden.